Cold Case Dossier — Entry Edition

Akte: ungeklärter Sachverhalt

Arbeitsakte · Materialstand fragmentiert

Sie arbeiten mit dem vorliegenden Material.
Der Abgleich und die Einordnung bleiben offen.

Aktenvermerk: keine Auflösung hinterlegt. Widersprüche und Lücken bleiben Bestandteil des Dossiers.

Aktenstand

Material liegt nicht als Abfolge vor.
Einzelstücke stehen nebeneinander. Lücken bleiben Lücken.

Vermerk: Der Fall wurde nicht „kalt“, weil Material fehlt — sondern weil eine tragfähige Linie nicht weitergeführt wurde. Mehrere Ansätze existieren. Keine trägt durch.

Struktur: FaktenFragmenteWidersprücheoffen

  • Gesichert Was dokumentiert ist, wird als Sachstand geführt — ohne Deutung.
  • Unklar Was nicht sauber belegbar ist, bleibt als Lücke markiert.
  • Unvereinbar Widersprüche werden nicht „aufgelöst“, sondern nebeneinander geführt.
  • Mehrspurigkeit Mehrere Linien sind möglich — keine ist abschließend belastbar.

Inhalt

Was diese Akte enthält

Diese Akte ist kein fortlaufender Text, sondern eine Sammlung von Material. Jedes Element steht für sich und muss eigenständig geprüft werden.

Dokument

Sachstand

Zusammenfassung des bekannten Ausgangszustands – ohne Deutung oder Bewertung.

Material

Textfragmente

Aussagen, Protokolle und Beschreibungen, die nicht automatisch zusammenpassen.

Material

Visuelle Hinweise

Skizzen und Darstellungen zur räumlichen und situativen Einordnung.

Hinweise

Auffälligkeiten & Brüche

Details, die Fragen aufwerfen oder bestehende Annahmen infrage stellen.

Arbeitsraum

Analyseflächen

Platz für Gewichtung, Hypothesen, Ausschlüsse und eigene Linienbildung.

Referenz

Profiler-Einordnung

Fachliche Einordnung als Vergleichsrahmen — nicht als Lösung.

Orientierung

Register

Mehrere Ansätze sind möglich. Die Akte erzwingt keine Reihenfolge. Widersprüche und Lücken gehören zum Materialstand.

Zustand

Ausgangslage, Auffinden, Rahmenbedingungen. Das, was dokumentiert vorliegt.

Brüche

Punkte, die nicht zusammenpassen. Unvereinbares wird nebeneinander geführt.

Tragfähigkeit

Nicht jede Information trägt strukturell. Relevanz bleibt eine offene Entscheidung.

Revision

Linien können kippen. Annahmen bleiben vorläufig, solange Befunde fehlen.

Arbeitszustand

Stillstand ist Teil des Materials

Ein Cold Case entsteht nicht zwingend durch fehlendes Material, sondern durch fehlende Tragfähigkeit. Spuren liegen vor. Ansätze existieren. Eine Linie trägt nicht durch.

Informationen stehen nebeneinander. Aussagen kollidieren. Ein Detail wirkt belastbar — bis ein Gegenbefund es entkräftet.

Der Zustand bleibt offen. Nicht alles lässt sich verbinden. Nicht alles lässt sich entscheiden.

Was „fehlt“, ist nicht immer ein weiteres Dokument, sondern ein tragfähiger Zusammenhang.

Das Dossier endet nicht. Es bleibt als Arbeitszustand bestehen.

Sachstand

Auffindesituation

Die folgende Darstellung beschreibt ausschließlich den dokumentierten Zustand zum Zeitpunkt des ersten gesicherten Zugangs. Sie enthält keine Deutung, keine Gewichtung und keine Schlussfolgerung.

DOKUMENT 01 AUFFINDESITUATION
Auffindeort
Zugänglichkeit
Zeitpunkt
Person
Erste Beobachtung

Sachstand

Raumzustand / Tatortbefund

Die folgenden Punkte beschreiben den Zustand des Raums zum Zeitpunkt des ersten gesicherten Zugangs. Sie enthalten keine Deutung und keine Schlussfolgerung.

DOKUMENT 02 RAUMZUSTAND
Raum
Anordnung
Zugang
Auffälligkeiten
Dokumentation

Tatortbefund

Raumzustand

Der folgende Abschnitt beschreibt den Zustand des Raums zum Zeitpunkt des ersten gesicherten Zugangs. Die Angaben erfolgen ohne Interpretation und ohne zeitliche Einordnung einzelner Veränderungen.

Raumgröße & Aufbau
Zustand der Einrichtung
Boden & Flächen
Zugänge & Öffnungen
Auffälligkeiten

Tatortbefund

Spuren & Auffälligkeiten

Der folgende Abschnitt beschreibt einzelne Beobachtungen, Details und Abweichungen vom zu erwartenden Zustand. Die Darstellung erfolgt ohne Bewertung und ohne Einordnung.

Unstimmigkeiten
Spurenlage
Auffällige Details

Textmaterial

Aussagen & Protokollfragmente

Die folgenden Passagen geben Textmaterial wieder, wie es im Verlauf der Ermittlungen dokumentiert wurde. Die Aussagen stehen nebeneinander und sind nicht eingeordnet.

Protokollnotiz
Aussage – Umfeld
Interne Notiz

Zeitliche Einordnung

Bekannte Fixpunkte

Die folgenden Angaben stellen bekannte Fixpunkte dar. Sie sind nicht als durchgehende Abfolge zu verstehen und enthalten keine Bewertung ihrer Bedeutung.

Letzter gesicherter Kontakt
Zwischenphase
Auffinden
Nachfolgende Maßnahmen

Ab hier beginnt die Analyse.

Arbeitsraum

Bis hierhin hatten Sie Material. Ab jetzt müssen Sie es denken.

Es gibt in diesem Abschnitt keine Führung, keine Reihenfolge und keinen Abgleich. Sie entscheiden, was trägt, was irritiert und was offen bleiben muss.

Cold Cases entstehen nicht, weil kein Material mehr vorhanden ist – sondern weil Denken stehen geblieben ist.

Notieren Sie keine Ergebnisse. Notieren Sie Beobachtungen, Widersprüche, Hypothesen und bewusst verworfene Annahmen.

Arbeitsblatt 01

Beobachtungen

Halten Sie fest, was vorliegt — unabhängig davon, was es bedeuten könnte. Keine Deutung. Keine Einordnung. Nur Sachstand.

Regel: Trennen Sie Beobachtung von Interpretation.
Formulieren Sie so, dass ein Dritter den Punkt nachvollziehen könnte.

Hinweis: Wenn ein Punkt unklar bleibt, markieren Sie ihn als offen — nicht als „gelöst“.

Analytischer Schritt

Arbeitsannahmen & offene Fragen

Die folgenden Punkte sind vorläufige Denkansätze. Sie basieren auf dem bisher dokumentierten Sachstand. Keine Annahme gilt als tragfähig, solange sie nicht am Material geprüft wurde. Offenes bleibt offen.

Arbeitsannahme
Offene Frage
Offene Frage
Arbeitsannahme

Arbeitsblatt 02

Arbeitsannahmen

Formulieren Sie mehrere mögliche Deutungsrichtungen. Jede Annahme ist ein Denkversuch — kein Ergebnis.

Regel: Halten Sie mehrere Annahmen parallel. Formulieren Sie so, dass klar wird, was die Annahme erklärt und woran sie scheitern könnte.

Annahme 01

Vorläufig
Prüfpunkt: Was spricht dafür – was dagegen?

Annahme 02

Vorläufig
Prüfpunkt: Wo passt sie – wo nicht?

Annahme 03

Optional
Prüfpunkt: Welche Information fehlt?
Hinweis: Wer sich zu früh auf eine Annahme festlegt, beendet Analyse — nicht das Problem.

Arbeitsrahmen

Der Rahmen der Analyse

Analyse bedeutet nicht, alle Möglichkeiten zu denken. Analyse bedeutet, innerhalb eines klaren Rahmens belastbare Annahmen zu prüfen.

Zeitlicher Rahmen
Alle Überlegungen beziehen sich auf den bekannten Zeitraum vor dem Auffinden sowie auf den Zustand zum Zeitpunkt des ersten gesicherten Zugangs. Lücken bleiben als Lücken markiert.
Räumlicher Rahmen
Der Fokus liegt auf dem Raum und dessen unmittelbarer Umgebung. Externe Szenarien werden nur geführt, wenn sie durch Befund oder Dokumentation begründet sind.
Informationsrahmen
Es wird ausschließlich mit dem Material gearbeitet, das bis zu diesem Punkt dokumentiert vorliegt. Fehlende Angaben werden nicht ergänzt, sondern ausdrücklich als fehlend geführt.
Methodischer Rahmen
Hypothesen entstehen aus Beobachtung und Abgleich — nicht aus Plausibilität, Erwartung oder Erzählung. Jede Annahme muss einen klar benennbaren Gegenpunkt aushalten.

Arbeitsblatt 03

Ausschluss & Verdichtung

Dieser Schritt dient der Reduktion. Nicht alles, was denkbar ist, trägt. Streichen Sie konsequent, was mit dem Sachstand nicht vereinbar ist.

Regel: Ausschluss ist kein „Nein aus Gefühl“, sondern ein „Nein aus Befund“.
Notieren Sie, was Sie verwerfen — und warum.

Unvereinbare Annahmen

Welche Ihrer bisherigen Annahmen lassen sich nicht mit Tatbild, Raumzustand oder Zeitrahmen vereinbaren?

Widersprüche

Wo widersprechen sich Beobachtungen und Annahmen? Welche Widersprüche bleiben offen?

Tragfähigkeit

Welche Annahmen bleiben bestehen, wenn Sie alle nicht belegbaren Elemente konsequent entfernen?

Verdichtung

Worauf verdichtet sich der Fall nach dem Ausschluss? Welche Denkansätze bleiben übrig?

Hinweis: Wenn Sie etwas nicht streichen können, markieren Sie es als „offen“ — und benennen Sie den Grund.

Analytischer Schritt

Entscheidungsräume

Analyse bedeutet nicht, eine Erklärung zu finden. Analyse bedeutet, die möglichen Entscheidungen sichtbar zu machen.

Jede Handlung entsteht aus einem Entscheidungsraum. Dieser Raum besteht aus Alternativen – nicht aus einer zwingenden Lösung.

Für jede Annahme stellt sich daher nicht die Frage, ob sie „richtig“ ist, sondern welche anderen Möglichkeiten zur gleichen Zeit bestanden.

Profilerarbeit beginnt an genau diesem Punkt: nicht bei Antworten, sondern bei der Struktur der verfügbaren Entscheidungen.

Erst wenn sichtbar wird, welche Wege offenstanden, lässt sich prüfen, welcher davon tragfähig ist – und welcher nicht.

Arbeitsblatt 04

Hypothesenprüfung

Eine Hypothese ist nur dann brauchbar, wenn sie belastbar geprüft werden kann. Prüfen bedeutet: Was stützt sie? Was widerspricht ihr? Und was fehlt, um sie ernsthaft zu prüfen?

Regel: Prüfen Sie Hypothesen nicht auf Plausibilität, sondern auf Befund.
Eine Hypothese darf scheitern. Das ist kein Verlust — das ist Fortschritt.

Hypothese 01

Belastungstest
Stützt
Welche konkreten Befunde sprechen für diese Hypothese?
Widerspricht
Welche Befunde passen nicht — oder erzeugen einen Widerspruch?
Fehlt
Welche Information wäre nötig, um diese Hypothese weiter zu prüfen?

Hypothese 02

Belastungstest
Stützt
Welche konkreten Befunde sprechen für diese Hypothese?
Widerspricht
Welche Befunde passen nicht — oder erzeugen einen Widerspruch?
Fehlt
Welche Information wäre nötig, um diese Hypothese weiter zu prüfen?

Hypothese 03 (optional)

Belastungstest
Stützt
Welche konkreten Befunde sprechen für diese Hypothese?
Widerspricht
Welche Befunde passen nicht — oder erzeugen einen Widerspruch?
Fehlt
Welche Information wäre nötig, um diese Hypothese weiter zu prüfen?
Hinweis: Wenn zwei Hypothesen gleichzeitig „passen“, ist das kein Problem. Entscheidend ist, welche weniger Widersprüche erzeugt — und welche weniger Annahmen benötigt.

Analytischer Schritt

Verdichtung

Nach der Hypothesenprüfung geht es nicht darum, „die richtige“ Antwort zu finden. Es geht darum, die Anzahl der tragfähigen Linien zu reduzieren – und sauber zu markieren, was dafür zwingend stimmen müsste.

Tragfähigste Linie
Welche Hypothese erzeugt die wenigsten Widersprüche und benötigt die wenigsten Zusatzannahmen?
Bedingungen
Was müsste zwingend zutreffen, damit diese Linie belastbar wird? (Befunde, Reihenfolge, Möglichkeiten im Raum, Zeitfenster.)
Kernwiderspruch
Welcher einzelne Punkt würde diese Linie am stärksten entkräften? Markieren Sie genau diesen Punkt — statt ihn zu glätten.
Offene Punkte
Was bleibt objektiv offen — und kann mit dem vorhandenen Material nicht geklärt werden?
Nächster sinnvoller Schritt
Wenn Sie weiterarbeiten würden: Welche Information wäre als Nächstes entscheidend — und warum?

Hinweis: Verdichtung heißt nicht „Sicherheit“. Verdichtung heißt: eine Linie, die ohne unnötige Annahmen trägt — und offen markiert, wo sie noch nicht trägt.

Arbeitsblatt 05

Entscheidungslinie & Belastungstest

Legen Sie nun eine Linie fest. Nicht als Wahrheit — sondern als bewusste Arbeitsentscheidung. Diese Linie wird im nächsten Schritt maximal belastet.

Aufgabe: Formulieren Sie eine klare Linie oder Annahme.
Gegenprobe: Welcher einzelne Punkt würde diese Linie am stärksten entkräften?

Hinweis: Wenn Ihre Linie keinen klaren Gegenpunkt zulässt, ist sie meist zu vage formuliert.

Unterlagen

Download & Druckversion

Wenn Sie nicht am Bildschirm arbeiten möchten, können Sie die Unterlagen hier als PDF herunterladen und ausdrucken. Der Inhalt ist identisch — nur für Papier strukturiert.

Arbeitsblätter (leer)
Druckoptimierte Version der Arbeitsblätter 01–05.
PDF herunterladen
Übersicht
Einseitige Strukturübersicht (Schritte 01–05 + Einordnung).
PDF herunterladen
Deckblatt
Deckblatt / Aktenkopf zum Abheften oder Ausdrucken.
PDF herunterladen

Hinweis: Für den Druck empfiehlt sich A4. Schwarz-Weiß reicht — die Unterlagen sind auf Lesbarkeit ausgelegt.

Übergang

Ab hier endet Ihre aktive Analyse

Sie haben beobachtet, reduziert, geprüft und eine Linie formuliert. Damit ist Ihre aktive Arbeit an diesem Punkt abgeschlossen.

Der Fall selbst bleibt offen. Die folgenden Einschätzungen liefern keine Auflösung und keinen abschließenden Befund.

Sie zeigen eine mögliche Einordnung aus Profiler-Sicht — als zusätzliche analytische Perspektive, basierend auf Erfahrung, Fallvergleich und struktureller Bewertung.

Profiler-Einordnung

Analytischer Referenzrahmen

Die folgende Einordnung ist eine fachliche Perspektive aus Profiler-Sicht.
Sie ersetzt Ihre Arbeit nicht und bewertet sie nicht. Sie zeigt, wie sich der vorliegende Sachstand strukturell lesen lässt — ohne Auflösung und ohne abschließenden Befund.

Status des Falls
Template (wird ersetzt): Kurze Einordnung des aktuellen Stands: Was ist gesichert, was ist strittig, was ist nicht mehr rekonstruierbar — und warum der Fall offen bleibt.
Tragende Befunde
Template (wird ersetzt): Welche wenigen Punkte besitzen strukturelles Gewicht (Tatbild / Raum / Zeitfenster / Spurenlogik) — ohne Deutung und ohne „Story“.
Sackgassen
Template (wird ersetzt): Welche Annahmen führen typischerweise in Denkstillstand: weil sie zu viel voraussetzen, weil sie Befunde ignorieren oder weil sie nicht falsifizierbar sind.
Konfliktlinien
Template (wird ersetzt): Wo kollidieren die wahrscheinlichsten Lesarten mit dem Material? Benennung der stärksten Widersprüche — ohne Versuch, sie „zu retten“.
Prüfpfade
Template (wird ersetzt): Welche 2–3 Prüfpfade wären methodisch sinnvoll, wenn man weiterarbeiten könnte: Welche Information würde jeweils entscheiden — und was wäre danach als „getragen“ oder „verworfen“ zu markieren?
Grenzen der Aussagekraft
Template (wird ersetzt): Welche Punkte bleiben offen, weil das Material sie nicht hergibt — und welche Art von Information fehlt (Zeit / Spur / Kontext / Person)?
Profiler-Fazit
Template (wird ersetzt): Sehr kurzes Fazit in 2–4 Sätzen: nicht „was passiert ist“, sondern was der Fall erzwingt: Welche Fragen bleiben dominant, welche Linien sind fragil, und warum der Fall strukturell offen bleibt.

Hinweis: Diese Sektion ist als Template angelegt und wird mit Axels finaler Einordnung vollständig ersetzt.

Abschluss

Zum Schluss

Dieses Dossier endet nicht mit einer Lösung, sondern mit einem dokumentierten Denkstand.

Der Fall bleibt offen. Was bleibt, sind tragfähige Linien, klare Widersprüche und benannte Grenzen des Materials.

Genau hier beginnt echte Analyse: nicht bei Antworten, sondern bei dem, was sich nicht auflösen lässt.

Bis hierhin.

Axel Petermann

Fall offen. Analyse dokumentiert.